Neue Studie: Junge Fahrer sind bei Motorradunfällen außerordentlich gefährdet

Neue Studie: Junge Fahrer sind bei Motorradunfällen außerordentlich gefährdet

Erstellt am 15. Jul, 2014 von in Allgemein

Die neue Studie des Gesamtverbands der deutschen Versicherer (GDV) hat besonders in Bezug auf Unfällen mit Fahranfängern neue Erkenntnisse erbracht. Vor allem die Fahrweisen, die Bauformen der Motorräder als auch die Risikobereitschaft der jungen Fahrer spielen bei Motorradunfällen, so die Experten, gewichtige Rollen und wurden im Zuge dessen als schwerwiegende Unfallfaktoren benannt.

Auch der Unfallgegner muss Verantwortung tragen

Erarbeitet wurde diese Studie von der Unfallforschung der Versicherer (UVD). Grundlage der Forschung waren 194 gravierende Motorradunfälle im Saarland, die sich zwischen Mai 2010 und Dezember 2011 ereigneten.

Maßgeblich für die Studie waren letztendlich rund 104 von 194 erfassten Unfällen, die nach UDV-Erkenntnissen mitunter auch vom Unfallgegner in Zusammenhang eines Motorradunfalles verursacht wurden. Insgesamt 40 Fälle der untersuchten Delikte waren allerdings sogenannte Alleinunfälle, die ohne Unfallgegner einhergingen. Von diesen Alleinunfällen wurden wiederum Fahrer im Alter zwischen 21 und 30 Jahren für die Unfallursache verantwortlich gemacht. Die Hälfte aller registrierten Unfälle fand an Wochenenden statt, was wiederum an Freizeitfahrten festgemacht wurde.

Sportmotorräder sind am meisten betroffen

Neben der Tatsache, dass vor allem junge Fahrer vermehrt in Unfälle involviert sind, hat die Studie gleichzeitig aufgedeckt, dass sportliche Nakedbike, Sportmotorräder als auch Tourensportmotorräder an Unfällen beteiligt sind. Im Gegenzug wurde festgehalten, dass Tourenmaschinen, Chopper und Cruiser weniger oft oder gar selten verunfallen. Besonders sehr leistungsstarke Modelle mit mehr als 100 PS wurden auffällig häufig bei Alleinunfällen registriert und waren ebenso deutlich schuld an Kollisionen.

Unfall Motorrad

Motorradunfälle | Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Leiter der Unfallforschung der Versicherer UDV, Siegfried Brockmann, stellte darüber hinaus eine Korrelation mit der einhergehenden Risikobereitschaft der Fahrer fest. So ergab die Studie mit Motorradfahrern, die den Unfall verschuldeten, dass ungefähr jeder zweite Motorradfahrer, der mit einem PKW kollidiert, von hinten auffährt. Als Grund wurde hier ein zu geringer Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern mitgeteilt.

Durch einen größeren Sicherheitsabstand könnten sich derartige Auffahrunfälle sicherlich vermeiden lassen. Und auch das leicht versetzte Fahren schaffe einen besseren Überblick des Verkehrsraumes und verringert ebenso deutlich ein Unfallrisiko, so Brockmann..

Vorsicht ist wichtig

Für Brockmann zeigt die Saarland-Studie überdies, dass auch die Straßenverhältnisse entscheidend sind. Nach seiner Überzeugung ist für die Unfallvermeidung vor allem der Verzicht von Bitumen bei der Reparatur von Straßen förderlich. Bei Nässe als auch Hitze wird dieses Material sehr rutschig. Hier muss der Motorradfahrer auf den gefährlichen Straßenabschnitten besondere Vorsicht walten lassen. Ratsam wäre es zudem, diese Straßen mit vollständigen Unterfahrschutzmaßnahmen auszustatten, da diese vornehmlich Anprallverletzungen reduzieren würden.

Zwar sei ab 2015 die obligatorische Ausrüstung mit ABS sinnvoll, dennoch hält der Unfallexperte auch die Weiterentwicklung von intelligenten Systemen zur Abstandswarnung für Motorräder für extrem sinnvoll. So könnte ein haptischer Gasgriff den Fahrer bei etwaigen Fällen darauf aufmerksam machen, dass er zu dicht im Verkehr auffährt.

Der maßgebliche und entscheidende Faktor sei allerdings immer der Mensch, so Brockmann. Wer die Lust an der Geschwindigkeit in der Öffentlichkeit ausleben möchte und gleichzeitig zu stark motorisierten Motorrädern greift, der gehe schlussendlich ein größeres Unfallrisiko ein.

Tags: ,

Kommentar hinterlassen

Facebook