Die deutsche „VESPA“ feiert Geburtstag

Die deutsche „VESPA“ feiert Geburtstag

Erstellt am 15. Jul, 2014 von in Historische Berichte

In der ehemaligen DDR war sie das Alltagsgefährt schlechthin und galt sowohl bei Krankenschwestern als auch bei Landwirten aller Regionen als äußerst beliebt. Heute ist die deutsche Version der VESPA immer noch ein kultiges Fahrzeug, das vielerorts noch gern genutzt wird. Die sogenannte „Schwalbe“ feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag!

Ein Zweirad erlebt seinen zweiten Frühling

Eine alte Bauernregel besagt, dass eine Schwalbe noch lange keinen Sommer ausmacht – doch diese „Schwalbe“ erlebt rund 28 Jahre nach Produktionsende ein wahrhaftiges Comeback. Das Zweirad, welches schon zu Ost-Zeiten heiß begehrt war, hat auch heute nichts an Beliebtheit einbüßen müssen. Viele Tausende Oldtimer-Schwalben, aber auch andere Marken wie zum Beispiel die Werke aus dem Hause Suhler Simson „Star“ oder „Sperber“ fahren noch heute auf unseren Straßen. Wie viele Raritäten allerdings insgesamt noch tauglich und fahrbereit sind, kann weder der Chef des Suhler Fahrzeugmuseums, Joachim Scheibe, noch der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes mit Sitz in Bonn, genau sagen.

Vespa Ersatzteile sind beliebt wie nie zuvor

Warum eine genaue Zahl an Schwalben nicht genannt werden kann, lässt sich gut nachvollziehen. Zwar müssen die kleinen Zweiräder versichert werden, benötigen allerdings keine Zulassung. Die MZA Meyer-Zweiradtechnik GmbH, welche in den 1990er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Lizenz der Marke Simson als auch die technischen Zeichnungen sowie Maschinen erwarb, geht mittlerweile von einer halben Million Simson-Zweiräder aus.

Vespa-Schwalbe

„VESPA“ feiert Geburtstag Bild: Annamartha / pixelio.de

Die Produktion sowie Verkäufe der Ersatzteile lägen jährlich in einem derartigen Maß, dass rein theoretisch etwa 12.000 Simson-Zweiräder erbaut werden könnten, so der Marketingchef Marc Frömberg. Die MZA GmbH, welche 1993 gegründet wurde, verlegte ihren Sitz erst im vergangenen Jahr von Vellmar bei Kassel zum Heimatort des kultigen Rollers, nämlich nach Suhl. Hier entstanden einst zwischen 1964 und 1985 rund eine Million der begehrten DDR-Klassiker. Mittlerweile produzieren nun zwischen 50-70 Mitarbeiter Ersatzteile, die vom Motor bis zur Sitzbank reichen. Das stetige Wachstum und der Beliebtheitsgrad sprechen für den Erfolg. Nicht nur im Westen, sondern auch wieder im Osten, steigt die Zahl der Fans, dennoch sind damals wie heute gewisse Regeln zu beachten.

Sonderregeln, die unterwegs gelten

Vor allem junge Fahrer sind von den legendären Klassikern mit Sitzbank und Spritzschutz hellauf begeistert. Mit seinen 3,7 PS schafft die sagenhafte „Schwalbe“ satte 60km/h, während der moderne 50-Kubik-Roller lediglich mit 45km pro Stunde seine Runden drehen darf. Diese Regelung gilt nunmehr für alle Roller, die vor Februar 1992 erstmals die Straßen eroberten und somit auch für alle neuen „Schwalben“.

Weil die „Oldies“ stark im Trend liegen, wurden erst vor einiger Zeit neumodische Produktionen angelegt, die jedoch kaum Erfolg versprechend waren. So sollte eine Elektro-Schwalbe im Retro-Look die Kenner überzeugen, doch dieser Plan scheiterte. Es lebe eben der Kult.

Tags: , ,

Kommentar hinterlassen

Facebook