Motorrad Gebrauchtkauf – grundlegende Tipps und wichtige Indizien

Erstellt am 04. Feb, 2016 von in Allgemein

Fakt ist: Wer sich in der Winterzeit auf die Suche nach einem gebrauchten Motorrad macht, profitiert zumeist von günstigeren Preisen als derjenige, die im Frühling auf Shoppingtour geht. Doch Vorsicht, auf dem Biker-Markt tummeln sich unzählige Motorräder, die mit chromblitzender Fassade beeindrucken, sich letztlich aber als echte Schrottkisten entpuppen. Baujahr und Kilometerstand liefern keine Aussagen über mögliche Schäden. Damit der Motorrad Gebrauchtkauf nicht im Desaster endet, hier grundlegende Tipps und wichtige Indizien.

Motorrad Gebrauchtkauf: Rost, Undichtigkeiten & Schleifspuren

Rostbefall ist zwar vorrangig eine optische Problematik, doch wenn betroffene Teile unzureichend behandelt werden, ist nicht selten ein kompletter Austausch fällig. Darum sollte jeder einen genauen Blick auf Auspuff, Schweißnähte am Rahmen, Felgen und Speichen, Tank und den Lenkkopfbereich werfen.

Ein wichtiges Indiz beim Motorradkauf sind Undichtigkeiten.

  • Tritt Öl zwischen Standrohr und Gleitrohr am Kardan-Winkelgetriebe aus?
  • Sammelt sich Flüssigkeit am Zylinderblock, an der Vordergabel oder am Ventildeckel?
  • Sind die Simmerringe an Benzinhahn, Vergaser und Tank dicht?

Auch nach erfolgter Probefahrt sollte das Motorrad auf Undichtigkeiten kontrolliert werden. Zwar lassen sich solche Kleinschäden leicht beseitigen, doch wenn ein Profi ans Werk geht, kann allein die Arbeitszeit jede Menge Bares kosten. Ebenso wichtig ist eine Überprüfung auf Schleifspuren an Lenkerenden, Armaturen, Fußrasten und Endschalldämpfern, denn unschöne Kratzer sind oft Hinweise für Stürze oder einen harten Fahrstil.

Check der Motorradreifen und Räder

Nur einwandfreie Motorradreifen gewährleisten eine optimal Fahrbahnhaftung, daher ist beim Motorrad Gebrauchtkauf ein Check der Reifen und Räder unabdingbar. Die Räder müssen in beiden Richtungen frei laufen und dürfen keine Schleifgeräusche erzeugen. Hinterräder mit Kardanantrieb sollten weder mahlen noch haken. Eine gute Speichenspannung ist an einem klaren Klang erkennbar, die Radlager lassen sich mittels Räder-Kippbewegungen überprüfen.

Reifentyp und Dimensionen müssen den Angaben im Fahrzeugschein entsprechen, die Profiltiefe der Reifen sollte mindestens 3 mm aufweisen.

Bei der Gelegenheit empfiehlt sich gleich ein Check des Kettenantriebs. Kann die Kette klar vom Kettenrand abgehoben werden, deutet das auf einen Verschleiß der Bauteile hin. Die Oberflächen der Bremsscheiben dürfen keine tiefen Riefen aufweisen, die Belagstärke der Bremsbeläge muss mindesten 4 mm betragen. Bei Trommelbremsen ist ein Blick auf die Verschleißanzeige sinnvoll. Größte Vorsicht ist geboten, wenn die Bremsbeläge ungleichmäßig abgenutzt sind.

Motorrad Gebrauchtkauf: Das Fahrwerk unter der Lupe

Auch moderne Bikes können Fahrwerksschwächen zeigen. Wer das Rad anhebt, die Gabel unten greift, nach vorne sowie nach hinten drückt und zudem von Anschlag zu Anschlag bewegt, erkennt, ob die Lenkopflager zu viel Spiel haben. Wichtig ist außerdem, dass der Lenkeranschlag keine Verformungen aufweist, andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls hoch.

Die Teleskopgabel lässt sich testen, indem die Vorderradbremse gezogen und die Telegabel kräftig ein- und ausgefedert wird. Auf den Gabelholmen sollten keine Verwindungen zu sehen sein. Hat die Hinterradschwinge zu viel Spiel, kann das auf ein beschädigtes Schwingenlager hinweisen. Stoßdämpfer lassen sich kontrollieren, indem das Heck, das auf beiden Rädern steht, niedergedrückt und wieder losgelassen wird. Es dürfen keine gurgelnden Geräusche zu hören sein, wenn das Bike zur Ruhe kommt.

Motorrad Gebrauchtkauf – Funktionsprüfung der Elektrik

Alle Beleuchtungselemente wie Bremslicht, Rücklicht, Blinker, Stand-, Fern und Abblendlicht müssen einer Funktionsprüfung unterzogen werden, ebenso wie die Instrumentenbeleuchtung sowie die Kontrollleuchten für Öldruck, ABS, Benzindruck und Batterieladung. Auch die Sicherheitssysteme wie Killschalter, Lichthupe und Hupe bedürfen einer eingehenden Kontrolle. Gasgriff, Kupplung und Choke müssen leichtgängig bedienbar sein. Zittert beim Tachometer die Tachonadel, besteht die Möglichkeit einer defekten Tachowelle.

  • Sind alle Schlüssel für Zündung, Tankdeckel, Sitzbank und Lenkrad vollständig?
  • Ist der Batterie-Säurestand in Ordnung?
  • Sind die Batteriepole verschmutzt oder sauber?

Wurden alle Kriterien bei der Besichtigung berücksichtigt, stehen die Chancen gut, dass die favorisierte Traum-Maschine noch lange Freude macht. Tipp: Bei älteren Bikes ist es hilfreich abzuklären, wie es mit der Ersatzteilversorgung aussieht und wo der aktuelle Marktwert liegt.

Tags: ,

Kommentar hinterlassen

Facebook